Montag, 30. Januar 2012

Großstadt

Die Bahn spuckt pausenlos Menschen aus, Menschen mit einem Ziel, es ist spannend da zu sitzen und zu sehen wie viele verschiedene Menschen unterwegs sind. Es gibt Gesichter die mein Interesse wecken, bei denen mich interessiert wie der Mensch wohl sein mag, der hier mit Linie 18 an der selben Haltestelle aussteigt wie ich. Und es gibt Gesichter die man überall sehen kann, die nichts einzigartiges an sich haben. 
Ich steige am Hauptbahnhof aus und gehe die endlos scheinenden Treppen hinter 2 muskulösen Ausländern herauf. Plötzlich ragt der Dom vor mir auf. Ein junger Mann mit Gitarre steht direkt davor und singt "Rolling in the deep" ich bleibe einen Moment stehen und höre zu, greife in meine Tasche und werfe ein paar Cent in seinen Gitarrenkoffer, dankbar lächelt er mich an. Ich gehe weiter durch die Innenstadt, vorbei an unzähligen Geschäften. Die Dunkelheit wird immer wieder durch die leuchtenden Reklametafeln unterbrochen. Viele Menschen kommen mir entgegen, einige hasten durch die Straßen, andere bleiben stehen um sich die Schaufenster anzusehen. 
Ich liebe die Anonymität. Niemand spricht mich an, niemand schenkt mir besondere Beachtung, aber ich kann mir in Ruhe die verschiedenen Menschen ansehen und mir ausmalen, was sie noch vorhaben oder woran sie grade denken. Eine größere Gruppe junger Männer kommt auf mich zu, sie scheinen sehr betrunken zu sein. Eigentlich will ich weglaufen, weil mich plötzlich die Angst überkommt, aber ich zwinge mich ruhig und bestimmt weiterzugehen. Es passiert mir nichts, ich erschrecke mich nur ein wenig als sie mir"Süße" und "Schatz" hinterherrufen.
Die Fußgängerzone geht dem Ende zu und eine große Kreuzung taucht vor mir auf. Ich muss jetzt wohl oder übel runter in die Unterführung und bete, dass dort nicht wieder der gruselige Penner von gestern sitzt und rumschreit. Ich sehe ihn und mir rutscht das Herz in die Hose, aber 2 Sekunden später fallen mir die 2 Polizisten auf, die grade auf ihn einreden. Ich bin beruhigt. Auf der großen Anzeigetafel suche ich nach Linie 16 und sehe, dass sie schon in 2 Minuten kommt. Ich möchte unbedingt den Zug bekommen, damit ich rechtzeitig beim Kino bin um meine Mama abzuholen, also spurte ich los aber die Bahn fährt mir genau vor der Nase davon. 
Etwas enttäuscht suche ich mir einen Sitzplatz auf dem Bahnsteig und versuche eine andere Bahnroute zu überlegen. Kurz entschlossen springe ich in die nächste einfahrende Bahn und lande nach 2 maligem Umsteigen auch endlich da wo ich hinmöchte. 




                                          (Köln bei Nacht ♥)

1 Kommentar:

  1. lieber caro, mal wieder muss ich leacheln wenn ich deinen text lese.. schoen ist er!
    wo du doch gerade am ueberlegen bist was fuer kurse bzw profile du weahlen willst.. hast du mal ueber deutsch nachgedacht? ich finde neamlihc, dass schreiben liegt dir sehr! joy :*

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